Kategorie: Geschlechtsspezifische Gewalt und junge Menschen

  • „Südtirol steht auf“ – Psychische Gewalt erkennen

    Anlässlich der Kampagne gegen Gewalt an Frauen, die Ende 2025 von der Autonomen Provinz Bozen durchgeführt wurde, stand eine Form von Gewalt im Fokus, die oft wenig sichtbar, aber äußerst verbreitet ist: psychische Gewalt.

    Diese Form der Gewalt hinterlässt keine sichtbaren Spuren, schränkt jedoch die persönliche Freiheit ein, untergräbt das Selbstwertgefühl und wirkt schleichend im Alltag. Gerade deshalb ist sie für Betroffene häufig schwer zu erkennen und macht es umso schwieriger, Hilfe zu suchen.

    Psychische Gewalt äußert sich in unterschiedlichen, meist subtilen Dynamiken. Oft werden diese Verhaltensweisen mit Fürsorge oder Aufmerksamkeit verwechselt, tatsächlich handelt es sich jedoch um kontrollierende und manipulative Handlungen:

    • Kontrolle: Wenn eine Person darüber bestimmen will, mit wem man sich trifft, wohin man geht oder welche Aktivitäten und Beziehungen man pflegt. Dadurch wird die persönliche Freiheit eingeschränkt und Isolation sowie Abhängigkeit werden gefördert.

    • Manipulation: Strategien, die dazu führen, dass Betroffene an sich selbst und an ihrer Wahrnehmung der Realität zweifeln. Dies geschieht etwa durch Drohungen, Überlegenheitsgesten oder scheinbare Freundlichkeit, hinter der ein Machtanspruch steht – wie beim sogenannten Gaslighting.

    • Emotionale Erpressung: Wenn Gefühle, Angst oder Verantwortungsbewusstsein instrumentalisiert werden, um den eigenen Willen durchzusetzen, etwa durch Sätze wie „Wenn du mich wirklich lieben würdest…“ oder durch Androhungen des Verlassens. Dies schwächt die betroffene Person und verstärkt emotionale Abhängigkeit.

    • Erniedrigung: Beleidigungen, ständige Kritik und Demütigungen – auch vor anderen Menschen – mit dem Ziel, die betroffene Person herabzusetzen. Dies untergräbt das Selbstwertgefühl und verstärkt Unsicherheit.

    Erkennen, um handeln zu können

    Das Schweigen zu brechen und diese Warnsignale zu erkennen, ist entscheidend, um Freiheit und Würde der Betroffenen zu schützen. Gespräche mit Vertrauenspersonen, Unterstützung durch spezialisierte Beratungsstellen sowie Informationen über bestehende Hilfsangebote sind wichtige Schritte, um psychischer Gewalt entgegenzuwirken.


    Die Videos der Kampagne

    Im Rahmen der Kampagne wurden vier kurze Videos realisiert, die alle von jungen Jugendlichen interpretiert werden. Jedes Video widmet sich einer der beschriebenen Formen psychischer Gewalt und soll dabei helfen, diese im Alltag besser zu erkennen.

    Die Videos sind auf dem YouTube-Kanal der Autonomen Provinz Bozen abrufbar:

    🎥 Link 1 – Kontrolle: https://www.youtube.com/watch?v=Sv2g1gba6R8
    🎥 Link 2 – Manipulation: https://www.youtube.com/watch?v=FuQvNe5Fw-8
    🎥 Link 3 – Emotionale Erpressung: https://www.youtube.com/watch?v=Irc3vloGsLk
    🎥 Link 4 – Erniedrigung: https://www.youtube.com/watch?v=5FQbJanH2_U

  • Animationsvideo für junge Leute – „Choose respect“

    Im Rahmen des ministeriellen Projekts „Una comunità in Rete per contrastare la violenza di genere 2“ wurde ein Animationsvideo erstellt und auf den wichtigsten Plattformen verbreitet.

    Das Video mit dem Titel „Choose respect“, realisiert in Animation vom Bozner Grafiker Alessandro Grimaldi, richtet sich in erster Linie an ein junges Publikum. Mit einer zugänglichen und ansprechenden Sprache zeigt das Video vier jugendliche Alltagssituationen, die zunächst von toxischen Dynamiken wie Kontrolle, Eifersucht und Manipulation geprägt sind, anschließend jedoch in einer positiven und bewussten Perspektive neu gelesen werden.
    Jede Situation wird dabei in zwei Versionen dargestellt (eine mit dysfunktionalen, eine mit konstruktiven Verläufen), mit dem Ziel, eine kritische Auseinandersetzung mit heutigen Beziehungsmodellen anzuregen und einen Ansatz zu fördern, der auf Respekt, Selbstbestimmung und gegenseitigem Zuhören basiert.

    Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=HXGkyWRwiW0

  • Verein netz – Offene Jugendarbeit

    netz I Offene Jugendarbeit ist eine Vernetzungsstelle
    für Menschen, Einrichtungen, Projekte und Ideen.

    netz I Offene Jugendarbeit ist eine Kompetenzstelle
    für Information, Begleitung und Beratung.

    netz I Offene Jugendarbeit ist eine Fachstelle
    für Entwicklung und Qualität.

    netz I Offene Jugendarbeit ist der Dachverband der Jugendtreffs, JugendzentrenJugendkulturvereine und anderen Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit in Südtirol.

    Der Verband wurde im Jahr 2001 als „N.E.T.Z. – Netzwerk der Jugendtreffs und -zentren in Südtirol“ gegründet. Seit 2002 ist er als ehrenamtlich tätiger Verein eingetragen. Der Dachverband entstand auf Initiative von engagierten Personen: mit dem damaligen Ziel, die Interessen der Jugendtreffs und Jugendzentren landesweit zu vertreten und die Offene Jugendarbeit in Südtirol zu vernetzen. Heute engagiert sich der Verband -nun „netz I Offene Jugendarbeit“ genannt- für die qualitative Weiterentwicklung der Offenen Jugendarbeit in Südtirol. Er will die Arbeit mit jungen Menschen stärken und ihre Wirkung sichtbar machen.

    Kontakte

    Goethestraße 42, 39100 Bozen

    Tel.: +39 0471 095139 

    Email: info@netz.bz.it

    http://www.netz.bz.it

  • Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste AGJD

    Die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienst (AGJD) ist der Zusammenschluss der 18 Jugenddienste Südtirols, des Nëus Jëuni Gherdëina und des Jugendbüros Passeier. Wir verbinden die Jugenddienste zu einem landesweiten Netzwerk.

    Kontakte

    Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42

    Telefon: 0471 / 40 21 06 

    E-Mail: agjd@jugenddienst.it

    http://www.jugenddienst.it

  • Young+Direct. Die Beratungsstelle für junge Menschen in Südtirol

    Egal was dich beschäftigt, mit uns kannst du über alles reden oder schreiben. Vertraulich und kostenlos.

    Wir helfen dir, deine Probleme in den Griff zu bekommen und bleiben dran, auch wenn’s mal schwierig wird. Wir sind ein Team aus kompetenten Jugendberaterinnen und -beratern. Wir haben Schweigepflicht. Alles, was du uns schreibst oder erzählst, bleibt unter uns. Es kann sein, dass du uns auch mal in deiner Schule oder Jugendgruppe triffst, denn wir sind immer wieder in ganz Südtirol unterwegs und stellen die Jugendberatungsstelle vor oder gestalten gemeinsam mit Jugendlichen Workshops zu interessanten Themen.

    Ins Leben gerufen wurde Young+Direct 1992 vom Südtiroler Jugendring. Seither haben Tausende von Jugendlichen Rat und Hilfe bei uns gesucht. Denn ganz egal, mit welchen Anliegen sich Jugendliche an uns wenden, wir nehmen jedes Problem und jede Frage ernst. Wir nehmen DICH ernst!

    Beratung

    WhatsApp (nur schriftlich):  345 0817 056              Mo – Fr  /  14.30 – 19.30
    Jugendtelefon:  0471 155 1 551                                  Mo – Fr  /  14.30 – 19.30

    Persönliches Gespräch in der Beratungsstelle in Bozen:  Mo – Fr  /  14.30 – 16.30  /  nach Vereinbarung

    Facebook: Young+Direct Beratung Consulenza
    E-Mail:online@young-direct.it

    Kontakte

    Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42
    I – 39100 Bozen

    Tel.:  0471 – 060 430
    Mail:  online@young-direct.it

  • Amt für Jugend Gemeinde Bozen

    Das Amt für Jugend der Gemeinde Bozen koordiniert Projekte in der Jugendarbeit und das Netzwerk der Jugendeinrichtungen der Stadt Bozen.

    Ist offen für neue Ideen und Projekte für die Jugend.

    Kontakt

    Tel: 0471 997459

    mail: 4.2.0@gemeinde.bozen.it

  • Die Einwilligung

    Die Einwilligung

    Was ist die Einwilligung?

    Einverständnis bedeutet eine freie und gegenseitige Zustimmung, die in jeder intimen Beziehung vorhanden sein muss. Es heißt, dass beide Personen freiwillig und ohne Druck entscheiden, an einer Beziehung oder einem sexuellen Kontakt teilzunehmen.

    Auch wenn viele Jugendliche angeben, dass Einverständnis grundlegend ist, zeigen sich in der Praxis oft Schwierigkeiten: Manche berichten zum Beispiel, dass es ihnen unangenehm ist, „Nein“ zu sagen, oder dass sie Angst haben, die Partnerin oder den Partner zu enttäuschen.

    Wichtige Punkte dabei sind:

    • Einverständnis muss klar, ausdrücklich und fortlaufend sein: ein einmaliges „Ja“ reicht nicht aus;
    • jede Person hat jederzeit das Recht, ihre Meinung zu ändern;
    • Schweigen oder das Ausbleiben eines „Nein“ bedeutet nicht automatisch Zustimmung;
    • Kleidung oder Verhalten rechtfertigen niemals fehlenden Respekt oder Gewalt.

    Eine Kultur des Einverständnisses zu fördern bedeutet, auf sich selbst und auf die andere Person zu hören, persönliche Grenzen zu respektieren und Beziehungen auf Vertrauen, Kommunikation und gegenseitigem Respekt aufzubauen.

    Umfragen

    Fast die Hälfte der männlichen Befragten ist der Meinung, dass ein Mädchen, das wirklich keinen Geschlechtsverkehr haben will, einen Weg finden kann, sich dem zu entziehen, und dass Mädchen durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten dazu beitragen können, sexuelle Gewalt zu verursachen.

    Schließlich stimmen 21 % sowohl der Jungen als auch der Mädchen der Tatsache sehr oder ziemlich zu, dass ein Mädchen auf jeden Fall in der Lage ist, dem Geschlechtsverkehr zuzustimmen oder nicht.

  • Digitale Gewalt

    Digitale Gewalt

    Wir leben in einer Welt, in der die Grenzen zwischen Online- und Offline-Leben immer mehr verschwimmen und Online-Erfahrungen reale Auswirkungen auf das Leben der Kinder haben, mit erheblichen physischen und emotionalen Folgen.

    Digitale Umgebungen dürfen daher nicht bloß als Unterhaltungs- oder Kommunikationsmittel betrachtet werden, sondern als reale Mittel zur Kodifizierung und zum Aufbau sozialer Beziehungen.

    Was ist die digitale Gewalt?

    Geschlechtsspezifische Online-Gewalt wird definiert als „jede Form von geschlechtsspezifischer Gewalt, die online ausgeübt oder teilweise oder vollständig über ein digitales Medium begangen, unterstützt oder begünstigt wird und sich gegen eine Frau als solche richtet oder Frauen in unverhältnismäßig hohem Maße betrifft“.

    Wie kann sie erfolgen?

    • Sexuelle Drohungen: Eine Person wird gezwungen oder unter Druck gesetzt, sexuelle Handlungen online vorzunehmen oder sexuelles Material online zu teilen. 
    • Sexuelle Belästigung: jede unaufgeforderte Sexualisierung einer Person durch unerwünschte Kommentare, Aufforderungen oder Inhalte im Internet.
    • Cyberstalking: umfasst verschiedene Aktivitäten, darunter die Verwendung von Apps zur Geolokalisierung der Person oder von Technologien zur Kontrolle, Verfolgung und Belästigung der Person.
    • Digitaler Beziehungsmissbrauch: beinhaltet den Einsatz von Technologie zur Kontrolle und zum Missbrauch eines Partners durch digitale Tools.
    • Hate Speech: diskriminierende Äußerungen aufgrund von Geschlecht, Ethnie, Alter, sexueller Orientierung usw. 
    • Sextortion: Form der Online-Erpressung unter Verwendung von Fotos und/oder Videos, die vom Opfer freigegeben wurden.
    • Victim Blaming: Beschuldigung des Opfers geschlechtsspezifischer Gewalt (z. B. Vergewaltigung), das Geschehen in irgendeiner Weise provoziert oder dazu beigetragen zu haben.

    Um mehr darüber zu erfahren

  • Gender Stereotype

    Gender Stereotype

    In zwischenmenschlichen und partnerschaftlichen Beziehungen treten oft unterschiedliche Erwartungen je nach Geschlecht auf. Bestimmte Verhaltensweisen werden traditionell eher Frauen zugeschrieben, zum Beispiel:

    • die Neigung zum Weinen;
    • die Fähigkeit, Gefühle auszudrücken;
    • die Sorge um das Wohlergehen der Partnerschaft;
    • die Bereitschaft, sich für das Wohl der Beziehung aufzuopfern.

    Anderenfalls werden bestimmte Haltungen häufiger Männern zugeschrieben, wie etwa:

    • die Kontrolle über die Partnerin oder den Partner;
    • die Schwierigkeit, Verletzlichkeit oder Emotionen zu zeigen;
    • die Überzeugung, immer stark und unabhängig sein zu müssen;
    • die Rolle als hauptsächliche finanzielle Stütze der Partnerschaft.

    Diese starren Muster, sogenannte Geschlechterstereotype, spiegeln jedoch nicht die Realität wider: Jeder Mensch kann Gefühle zeigen, für andere sorgen, unabhängig sein oder Unterstützung brauchen. Stereotype können schädlich werden, da sie die individuelle Freiheit einschränken und Ungleichheiten oder kontrollierende Verhaltensweisen in Beziehungen fördern.

    Beziehungen, die auf Respekt und gegenseitigem Zuhören beruhen, helfen, solche Stereotype zu überwinden und den einzigartigen Wert jeder Person unabhängig vom Geschlecht anzuerkennen.

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